Wer war der erste Imker in unserer Region?

Natürlich ist auch im Südschwarzwald die "Imkerei" deutlich älter als 700 Jahre. Der bislang erste namentlich erwähnte Imker der Region hat aber genau vor so langer Zeit gelebt. Seinen Namen fand der bekannte Heimatforscher Paul Eisenbeis aus Görwihl auf einer Urkunde zur Gründungslegende der Todtmooser Wallfahrtskirche aus dem 13. Jahrhundert. Zu diesem Thema verfasste Herr Eisenbeis folgenden Artikel, welcher sowohl in der Badischen Zeitung als auch im Südkurier im März 2012 veröffentlicht wurde:

Die frühen Rodungssiedler im oberen Albtal fanden im Wald außergewöhnlich viele Bienen in alten, hohlen Bäumen. Sie nannten deshalb den Ort Immeneich. Erstmals wird die Siedlung 1351 erwähnt. Immer sind bei den Abgaben der Albtäler Bauern an das Kloster St.Blasien Honig und Wachs genannt. Doch schon vorher stoßen wir bei der Gründung von Todtmoos auf einen Imker: 1255 machte der Pfarrer Dietrich von Rickenbach den ihm in mehreren Visionen verlangten Bau einer hölzernen Kapelle zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria in Todtmoos wahr. Daraus wurde wenig später eine Wallfahrtskirche, die die Habsburger 1319 dem Kloster St.Blasien schenkten. Krafft RudolphVonHabsburgGroupPortraitDer Priester Dietrich blieb in Todtmoos. Um seinen Lebensunterhalt war es aber nicht gut bestellt. Darüber sprach er mit dem Grafen Rudolf von Habsburg, dem späteren König, der Anno 1254 Eigentümer des später so benannten Hotzenwaldes wurde. Oft war der Graf hier auf der Jagd. In der zwischen 1255 und 1273 verfassten Gründungslegende, die in einer farbenprächtigen Abschrift im Generallandesarchiv Karlsruhe erhalten ist, entwickelte sich zwischen dem Graf und dem Priester u.a. folgendes Gespräch:
"Wasß wend ir, das wir sollen thun oder geben der kilchen unserer lieben frowen im Tottmass?" so der Graf. Dietrich bat ihn um die Überlassung des links der Wehra liegenden Waldes Ingeheld. Dem kam Rudolf gern nach, und auf seine weitere Frage: "Was frucht er mocht haben" antwortete Dietrich, er wolle keine, er selbst wolle eine Rütti (Wiese) machen, damit er Heu habe für seine Tiere. Aber eine Bitte habe er noch: "Da were ein knecht zu Gerenspach (Dorf Gersbach) mit dem zunamen Hagenbach, der hette einen ymen (Bienenstock) in dem wald Ingeheld". Und davon wolle der Priester alljährlich den Zehnten an Honig und Wachs für die Todtmooser Kirche. Auch das gewährte der Graf – für sein Seelenheil und das seiner Nachkommen.

Mit dem Imker Hagenbach haben wir nach dieser vor über 700 Jahren verfassten Urkunde den ersten Mann der Region, der Bienenzucht betrieb. Honig war damals der einzige Süßstoff, Zucker in Europa unbekannt, und Wachs war die wichtige Grundlage zur Herstellung von Kerzen.

(Paul Eisenbeiss, März 2012)

Was für eine Art von Imkerei der Knecht "mit dem zunamen Hagenbach" betrieben haben könnte ist --->>> hier <<<--- zu lesen 

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