Der Schwarm

(aus Eins mach Zwei oder Drei oder Vier...)

Beim Schwärmen verlässt die Königin zusammen mit einem Grossteil des Volkes den Stock. Irgendwo suchen sie sich ein neues Zuhause. Zuvor werden die Honigblasen aber noch kräftig gefüllt, so dass auch ein Teil der Vorräte mitgenommen wird. Drei kg Schwarm bestehen aus zwei kg Bienen und einem kg Honig. dscf4261-bienen-auf-weiselzZurück bleibt das „Restvolk" mit normalerweise mehreren bald schlüpfenden Nachfolgerinnen. Die bisherige Königin verlässt den Stock nur, wenn das Überleben des zurückbleibenden Volkes auf diese Weise abgesichert ist. Das Entfernen dieser Zellen ist deshalb eine gängige (wenn auch aufwändige) Methode um ein Volk am schwärmen zu hindern.

Der Schwarm fliegt ins Ungewisse. Er hat noch keine Behausung und kann nur wenige Vorräte mitnehmen. Das Risiko wird durch die begattete Königin und die vielen Bienen etwas gemindert.

Das zurückbleibende Volk trägt auch einen Teil des Risikos. Auf der einen Seite besitzt es schon eine Behausung, hat größere Vorräte sowie einen umfangreichen Wabenbau mit Nachwuchs in allen Stadien; die neue Königin ist aber noch nicht begattet. Für den Begattungsflug muss diese erst noch den Stock verlassen. Erst danach kann sie für Nachwuchs und somit für das Überleben ihres Volkes sorgen. Eine lang anhaltende Schlechtwetterperiode oder irgendein Unglück während des Begattungsfluges können das Todesurteil für das abgeschwärmte Volk bedeuten. bienen-von-oben-04-hochMit Ausnahme eines eventuellen Schwärmens ist dieser einmalig nötige Begattungsflug das einzige Mal, an dem eine Königin sich außerhalb ihres Bienenstocks befindet.

Es kann aber auch passieren, dass die neue Königin sich nicht fürs Bleiben sondern ebenfalls fürs Schwärmen entscheidet. Die zuerst geschlüpfte (Neu-) Königin lässt damit ihre meist vorhandenen und noch nicht geschlüpften Rivalinnen leben und tritt mit einem Teil der dagebliebenen Bienen ebenfalls eine Reise an. Das Ganze kann sich bei der nächsten geschlüpften Königin wiederholen. Es kommt vor, dass ein Imker nur noch ein Häufchen Bienen in einem mehrmals abgeschwärmten Volk findet. Diese Variante ist für die Beteiligten allerdings von allerhöchstem Risiko. Zu den beschriebenen Risiken des ersten Schwarms kommen neue hinzu. Die Jungkönigin ist (noch) nicht begattet und es stehen weniger Bienen und noch weniger Vorräte als beim Hauptschwarm zur Verfügung.

Durch das Schwärmen haben sich die Bienen seit jeher vermehrt. Es liegt also in deren Natur dies zu tun. Wir Imker versuchen normalerweise aber genau dies mit verschiedenen Techniken zu verhindern. Wir streben eine möglichst schwarmfreie Betriebsweise an. Der Hauptgrund, warum Imker nicht fürs Schwärmen schwärmen ist, weil das verbleibende Restvolk zu schwach für einen Honigertrag in der laufenden Saison ist. Erst im nächsten Jahr ist wieder an ein ertragreiches Imkern mit diesem Volk zu denken.

Seit etwas mehr als 20 Jahren fliegt noch eine weitere tödliche Gefahr mit dem Schwarm mit. Falls der Schwarm nicht durch einen Imker eingefangen wird stirbt das Volk in  etwa zwei Jahren, durch die aus Asien eingeschleppte Varroa Milbe. Ohne imkerliche Maßnahmen verbreitet sie sich so hemmungslos im Bienenvolk, bis dieser Parasit seinen Wirt (und damit auch sich selbst) umgebracht hat. Honigbienen können heutzutage in den meisten Ländern der Welt nur noch in Symbiose mit Imkern überleben.

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